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Eltern + Freunde = Ärger? Eltern lehnen Freunde ab Im großen und ganzen kommst du mit deinen Eltern ganz gut klar. Wo liegt eigentlich das Problem? Deine Eltern lehnen deine Freunde ab Gründe gibt es deren viele: deine Eltern haben Probleme mit dem Aussehen, Verhalten und Lebensstil deiner Deine Eltern sind der Meinung, du lässt dich zu sehr beeinflussen Deine Eltern schieben den schwarzen Peter stets dann an deine Freunde weiter, wenn es bei euch zu Auseinandersetzungen um Geschmacksfragen und Einstellungen geht. Was du für Klamotten tragen möchtest, wie du dich frisierst und schminkst, welche Gesten und Slang du dir zulegst, welche Musik du hörst, welche Lokale du besuchst usw. Immer wenn es darum geht, ob etwas cool, in, spießig oder steinzeitmäßig ist oder nicht. Wenn du plötzlich nicht mehr in die Kirche gehst, den Klavierunterricht sausen lässt und eine neue Sportart anfängst. Jede derartige Verhaltensänderung schreiben deinen Eltern dem "schlechten" Einfluss deiner Freunde zu. Weil ihnen deine Entscheidung nicht gefällt und sie nicht glauben wollen, dass sie tatsächlich auf deinem Mist gewachsen ist. Sie unterstellen dir blinde Anpassung, Herdentrieb und Gummirückgrat, ein Marionettendasein, an deren Fäden deine Freunde ziehen. Und nicht sie. Vielleicht liegt ja auch genau dort das Problem. Sei ehrlich: Bist du in deinen Entscheidungen stets frei und du dein einziger Richter? Deine Eltern finden, du steckst zu viel mit deinen Freunden zusammen Nach den Ruck-Zuck-Hausaufgaben schon wieder weg, kurz heim, um etwas zwischen die Zähne zu schieben und dann wieder raus. Und nach dem endgültigen Einlaufen in den häuslichen Hafen umgehend in die Falle. Am Wochenende ist eine Kontaktaufnahme zwischen dir und deinen Eltern nur nach vorheriger Terminabsprache möglich. Und wenn du dich tatsächlich mal in der elterlichen Wohnung aufhältst, dann entweder in reichlich Gesellschaft oder am Telefonhörer klebend. Kein Wunder, dass deine Eltern es nicht besonders toll finden, zum Hotel mit Vollpension und Rundumservice zu verkommen, ihren lieben Gast aber nur äußerst selten zu Gesicht kriegen. Und wehe, wehe, deine Leistungen in der Schule lassen nach, ja, dann heißt es Hausarrest, Telefonsperre oder streng festgelegte Besuchszeiten. Kein Wunder, dass dann deine Freunde schlecht auf deine Eltern zu sprechen sind... Tipps, wie es künftig besser klappen könnte: Auch wenn dir der Vorschlag zunächst nicht besonders schmecken wird, so halte ich es dennoch für eine überaus sinnvolle Idee, sich mit den Eltern zu einem vernünftigen Gespräch zusammen zu setzen, um einige grundlegende Punkte zu klären. Und künftig besser miteinander klar zu kommen. Grundvoraussetzung dafür ist natürlich ein Mindestmaß an Ehrlichkeit, Kompromissbereitschaft und gegenseitiges Vertrauen. Einen Versuch ist das Ganze allemal wert! • • Frag deine Eltern, ob es ihnen etwa lieber wäre, wenn du entweder überhaupt keine Freunde hättest oder sie deine Freunde nicht kennen, weil du sie ihnen aus Angst vor ihrer Reaktion vorenthältst. Glaub mir, dieses Argument zieht immer! • Mal ganz unter uns: Bist du mit deinen Freunden/Freundinnen zusammen, weil du es wirklich willst oder weil du keine besseren gefunden hast? Oder gar aus dem Grund, um deine Eltern ganz bewusst zu provozieren? Mach diesbezüglich mal eine ehrliche Bestandsaufnahme und sortiere dann aus. Hier die echten Freunde, dort der Rest, und gegen eine Aufstockung der ersten Gruppe werden sicher auch deine Eltern nichts einzuwenden haben... • Haben dich deine Freunde schon mal in Schwierigkeiten gebracht? Weil sie dich zu einer Mutprobe oder einem bestimmten Verhalten angestiftet haben, das zu deinem Charakter eigentlich gar nicht passt und du nur mit einem unangenehmen Gefühl im Bauch geschafft hast? Hast du für deine Freunde deine Gesundheit oder deinen Ruf riskiert? Auch wenn du es nicht gerne hören wirst, dann haben deine Eltern tatsächlich Recht, was deinen "schlechten Umgang" betrifft. Such dir lieber bessere Freunde! • Wieviel Zeit bringst du für Familie, Schule, Hobby, Freunde auf? Fällt deine Bilanz einigermaßen ausgewogen aus oder einseitig zugunsten der Freunde? Ein kleines Bild zur Veranschaulichung des Problems: Stell dir dein Leben als einen Blumenstrauß vor und jeder der genannten Bereiche bekommt eine Farbe. Am schönsten sind doch die üppigen, abwechslungsreichen und bunten, oder? • Bitte deine Eltern aber auch deine Freunde sich gegenseitig zu respektieren und höflich zu behandeln. Das darfst du von ihnen erwarten, selbst wenn sie einander überhaupt nicht leiden können. Wenn es dabei Schwierigkeiten gibt, kannst du ja deine Eltern vorsichtig daran erinnern, dass Mamas Busenfreundin oder Papas Studienfreund auch nicht gerade dein Fall sind, du sie aber trotzdem nicht einfach ignorierst oder frech behandelst, sondern die grundsätzlichen Umgangsregeln beherzigst. • Sollten deine Schulnoten zu wünschen übrig lassen, dann vereinbare mit deinen Eltern folgenden Deal: Je besser die nächsten Arbeiten ausfallen, umso mehr Zeit darfst du auch wieder mit deinen Freunden verbringen. Vorher musst du dich auf Minimalkontakt beschränken. • Beziehe deine Eltern grundsätzlich in dein Leben mit ein, wo immer es geht! Du selber hast es in der Hand, wieviel du jeweils von dir preis geben und den Unternehmungen mit deiner Clique berichten möchtest. Erzähle ihnen überhaupt nichts, und sie werden dich bedrängen und auf deine Freunde eifersüchtig sein. Erzähle ihnen wenig, und sie sind zufrieden. So einfach. Und doch so wirkungsvoll. • Sag deinen Eltern, dass sie dich verletzen, wenn sie schlecht über deine Freunde reden. Die Holzhammermethode: Ziehe für einen Moment hemmungslos und deutlich übertrieben über ihre derzeitigen Freunde her. Wenn sich ihre Miene bei deinem Frontalangriff verdunkelt, kannst du davon ausgehen, dass sie kapiert haben... • Erinnere sie an ihre eigene Jugend, daran, wie wichtig gerade in deinem Alter die Clique für Jugendliche ist. Wenn sie ehrlich sind, werden sie dir zustimmen müssen und ein bisschen mehr Verständnis für dich aufbringen. Eine kleine Gedächtnisauffrischung kann manchmal sehr wirksam sein... • Zeige Profil, indem du dich auch mal ganz bewusst von deinen Freunden distanzierst und dich gegen ihre Meinungsmache durchsetzt. Sollen doch alle rosa Klamotten anziehen, weil diese Farbe gerade absolut hip ist. Dir gefällt nun mal Pink besser und deswegen trägst du eben Pink. Egal, was sie anderen dazu sagen. Mit jeder Entscheidung, bei der du dich von deinen Freunden abhebst, demonstrierst du deinen Eltern Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Und das Argument vom willenlosen Herdentier ist entkräftet. • Rein praktisch: Informiere deine Mutter rechtzeitig, wenn du Besuch von deinen Freunden erwartest. Damit sie entsprechende Vorbereitungen treffen kann (Snack besorgen, Putztag/Umpflanzaktion verschieben u.ä.) und ihnen nicht plötzlich mit Lockenwicklern gegenüber stehen muss... • Übrigens ist eine derartige Ankündigung der ideale Zeitpunkt, sie vorsichtig darauf hinzuweisen, euch nicht alle fünf Minuten zu stören und ins Zimmer zu platzen bzw. dich nicht mit peinlichen Kosenamen, Zärtlichkeitsbekundungen, Verhören oder Kritik vor deinen Freunden zu blamieren... • Sollten sich deine Eltern an Äußerlichkeiten deiner Freunde stören, dann bringe das Argument, dass eine Freundschaft mit Jugendlichen aus anderen sozialen Verhältnissen oder fremden Kulturkreisen den Horizont erweitern und Toleranz fördern können... • Kostspielige Anschaffungen, die auf das Konto "Gruppenzwang" gehen, solltest du von deinem Taschengeld oder Nebenjoblohn bezahlen.
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